DORFFUNK_Ost - Die Stimme aus dem ostdeutschen Outback
Das ist der Podcast von Dirk Neubauer. Ehemals Landrat, vormals Bürgermeister, politischer Denker im lokalen Raum. Jetzt Unternehmer, Keynote-Speaker, Grüner Investor und Spiegel-Bestsellerautor. Gründer des Denkwerkes Ost. Hier werden Themen des sächsischen Outbacks behandelt. Die letzte Meile der Politik will hier Denkanstöße platzieren, Debatten spiegeln und Einsichten geben in das, was uns im lokalen, politischen Kleinstraum beschäftigt.
DORFFUNK_Ost - Die Stimme aus dem ostdeutschen Outback
#BreakingNEWS: Der Strompreis explodiert! Erneuerbare unter Verdacht... Oder doch die Politik?
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Immer wieder höre ich denselben Text. Die Erneuerbaren machen den Strom teuer. Doch die Explosion der Kosten hat andere Gründe. Der schleppende Netzausbau ist der wahre Grund dahinter. Es profitieren die Kraftwerksbetreiber. Deren Lobby und die Wutbürger, die den Trassenausbau solange beklagten, bis die Politik einknickte, sind die wahren Verantwortlichen des Dilemmas. Ein Faktencheck, der den Stammtisch mal wieder zum Kochen bringen dürfte...
Hallo, liebe Freunde der gepflegten Informationen. Hier ist wieder Dirk Neuber aus Augustusburg, Dorf.energy, der Channel zu den erneuerbaren Energien. Ich habe mich heute so geärgert über verschiedene Posts in LinkedIn. Das ist ja eigentlich das Netzwerk, wo man glaubt, das sind also Menschen mit Doktortiteln und so, wo man glaubt, okay, da ist vielleicht noch irgendwas mit Fakten zu machen. Aber auch dort lässt das langsam zu wünschen übrig. And die Diskussion um den Strompreis und die Verantwortung, die erneuerbaren dafür, dass die Strompreise steigen, das will ich jetzt wirklich mal zum Thema machen, weil ich das echt nicht mehr ertrage, was ich da so alles lese. Mein größter Favorit heute war ein Post, in dem mir erklärt wurde, dass wir auf dieser Erde nicht nur ein Klima haben, sondern ganz viele. Und wenn wir in Europa jetzt mal endlich aufhören, CO2 einzusparen, um unsere Wirtschaft vieler anzukurbeln, weil die Chinesen ja so viel mehr CO2 ausstoßen, dann würde das mit uns ja nichts machen. Also ich wusste noch nicht, dass man bei Grenzkontrollen CO2 direkt an der Grenze abweisen kann. Herr Dobrindt hat das auch noch nicht zum Programm gemacht. Also bei ihm hat sich das auch noch nicht rumgesprochen. Ich denke mal, das wird nicht gehen. Und wir haben ein Klima auf diesem Planeten und wir müssen alle daran arbeiten, dieses Klima zu schützen. Vielleicht mal vorneweg. Das, was wir mit den Erneuerbaren machen, ist ja nicht nur Klimaschutz. Natürlich ist es das hauptsächlich, aber es ist natürlich auch eine Unabhängigkeitserklärung gegenüber all denen, die auf Öl- und Gasressourcen sitzen und uns regelmäßig damit erpressen und an der Preisschraube drehen. Sei es durch irgendeinen Krieg, die Straße von Homus, die gesperrt ist, was auch immer. Jeder verfolgt auf diesem Planeten eigene wirtschaftliche Interessen. Und wir sind am Ende die, die hinten dranhängen, weil wir von diesen Ressourcen abhängig sind. Deshalb sind die Erneuerbaren eigentlich auch eine Friedensdividende, muss man ganz klar sagen. Denn wir machen uns unabhängig von den Ressourcen, die irgendwelche Leute Kriege finanzieren. Also für alle Friedensfreunde, die mir hier regelmäßig in meinem Kanal durchflattern und mir irgendwas erzählen wollen von Friedensschaffen ohne Waffen, ja, das stimmt. Und der beste Weg wäre die Energiewende. Denn wenn wir uns tatsächlich unabhängig davon machen, kann es relativ egal sein, wo ein Gas oder ein Ölpreis gerade hinturmt, weil irgendjemand wieder irgendein Krieg, und das sind meistens Ressourcenkriege, die hier geführt werden, vom Zaun bricht. Da ist mal vornweg, weil mich das heute so getriggert hat. Aber die eigentliche Frage ist, die ich heute klären will, warum wird der Strom nicht billiger? Und da sagt mir der Stammtisch, das liegt alles an den Erneuerbaren. Und das ist Unfug. Und das will ich heute mal versuchen klarzuziehen. Denn da sind ganz viele Begriffe durcheinander gekommen und ich weiß, dass es komplex ist, aber man muss sich halt mal auch den Fakten stellen, um das zu verstehen. Wir haben nämlich kein Stromproblem, wir haben mehr Strom als wir brauchen tatsächlich. Wir haben ein Transportproblem und das beides muss man trennen. Die Erneuerbaren haben in den letzten Jahren stetig dafür gesorgt, dass der Strompreis eigentlich sinkt. Das sehen wir an den Börsenpreisen. Wir haben sehr oft negative Strompreise an der Börse, was ein klares Zeichen dafür ist, dass wir eigentlich mehr Strom haben, als gerade abgenommen wird. Also insofern kann es ja nicht stimmen, dass die Erneuerbaren den Strompreis teurer machen. Um zu verstehen, was ich damit eigentlich sagen will, muss man wissen, wie sich der Strompreis zusammensetzt. Und da sind tatsächlich so ungefähr 40 Prozent die Erstehungskosten, also sprich das, was es kostet, die Kilowattstunde zu erzeugen, mit den verschiedenen Erzeugungsformen, die wir haben. Also Atomgas, Wind, Sonne, Biogas, Geothermie. Nee, das ist dann mehr Wärme, dann macht man eigentlich, glaube ich, keinen Strom draus oder nur selten. Und die ersten 40%, also die Erstehungskosten, da haben die Erneuerbaren einen wirklich guten Job gemacht. Der Preis ist mittlerweile um die 25% gesunken an der Strombörse pro Megawattstunde. Und das kann sich eigentlich sehen lassen und das könnte noch viel besser sein, wenn wir dann schneller werden im Ausbau. Aber, und jetzt kommen wir zum zweiten Teil, das sind so ungefähr 30% des Strompreises. Und das ist das eigentliche Problem neben den ungefähr 30% Steuern und Abgaben, die noch auf dem Strom liegen, worüber man auch mal reden könnte, wenn es denn so teuer ist. Aber das lasse ich jetzt mal außen vor. Mir geht es um diesen zweiten Teil und der wird bestimmt durch infrastrukturelle Maßnahmen, die nötig sind, nämlich den Netzausbau. Und jetzt kann man sagen, okay, die Erneuerbaren sind ja daran schuld, dass die Netze ausgebaut werden müssen. Das ist Quatsch. Denn wir haben tatsächlich in Deutschland über Jahrzehnte die Infrastruktur dieser Netze vernachlässigt. Das ist ein Problem. Und dieses Problem wird natürlich jetzt verschärft dadurch, dass wir mehr Stromerzeugung dezentraler haben und das hat natürlich die Netze jetzt unter Stress geraten. Aber dass das so schwierig ist, hat damit zu tun, dass wir das wirklich lange Zeit absolut vernachlässigt haben. Das ist ein Teil der Wahrheit. Ein zweiter Teil der Wahrheit ist, dass unsere liebe Politik, die jetzt so sehr auf die Erneuerbaren zeigt und sagt, wir müssen, dass wir alles bremsen, eigentlich davon ablenkt, dass sie die Verantwortung dafür trägt, dass gerade die Preise sich nicht so entwickeln, wie sie sich entwickeln könnten. Denn wir haben ja die Besonderheit, dass wir im Norden dieser Republik unglaublich viel Strom erzeugen aus den Erneuerbaren. Das hat damit zu tun, dass dort sehr viel Wind ist und man dort sehr viel Windkraftanlagen schon gebaut hat. Das heißt, wir haben dort Stromüberfluss. Aber die größten Verbraucher, das liegt in der Industrialisierungsstruktur dieses Landes gegründet, sitzen im Süden. So, jetzt habe ich den Strom im Norden und im Süden brauche ich ihn. Und dazwischen diese Trassen, die sind das Problem. Und da sind mehrere Großprojekte gestartet worden und die waren auch alle auf einem guten Weg, bis unsere lieben Bürger, Mitbürger, also wir alle, angefangen haben, Stromtrassen nicht so toll zu finden. Und das war quasi der Anfang vom Ende. Denn diese unfassbare Menge von Bürgerinitiativen, die sich gegründet hat gegen Stromtrassen, also gegen diese großen Links, die gebaut werden müssen, hat es einen politischen Druck erzeugt. Und da gibt es immer populistische Strömungen, die das aufgreifen. Also nicht nur von denen, die sich Alternative nennen, sondern da haben andere Leute populistische Entscheidungen getroffen. In dem Fall war es tatsächlich Horst Seehofer 2015, der also quasi im Rahmen auch von Landtagswahlen, wie das immer so ist, irgendwas erzählt hat von Monstermasten und gedroht hat, dass er diesen Ausbau in den Süden stoppen wird, wenn das auf den normalen Stromtrassen, also sprich auf Hochspannungsmasten, ausgelegt ist. Man muss wissen, dass zu diesem Zeitpunkt große Teile der Planungen für diese Links schon fertig waren und die Politik dann, weil Angela Merkel eingeknickt ist vor Horst Seehofer, man diese ganze Aktion gestoppt hat und umgeplant hat auf Erdverkabelung. So, jetzt würde man landläufig denken, als jemand, der damit jetzt nicht so jeden Tag zu tun hat. Das kann ja so viel teurer nicht sein. Aber das stimmt nicht. Erstens waren die ganzen Planungen für die Tonne. Das heißt, es musste komplett neu begonnen werden zu planen, neue Umweltverträglichkeitsprüfungen, die ja wichtig sind tatsächlich. Also auch bei den Erneuerbaren pochen wir immer darauf, dass jeder Windpark geprüft wird. So ist es natürlich auch bei Stromtrassen, logischerweise. Und das hat zu einer unfassbaren Verzögerung geführt und zu einer milliardenschweren Verteuerung des ganzen Programms. Das ist der wesentliche Grund, warum die Strompreise sich gerade so entwickeln, wie sie sich entwickeln, weil wir diesen Ausbau auf den vielen großen Trassen sträflich vernachlässigt haben. Und das, meine lieben Freunde, ist ein Fehler der politischen Parteien, die heute gegen die erneuerbaren Zelfde ziehen und das alles am liebsten abwürgen würden. Was klar ist, weil je mehr erzeugt wird, desto sichtbarer wird dieses Problem. So einfach ist das. Wenn ihr euch also mal wieder euch über eure Stromrechnung beugt und die irgendwie himmlisch rein fürchterlich findet, dann denkt bitte daran, dass es nicht die Erzeugung ist, die am Ende den Preis treibt, sondern den Netzausbau. Und alle Fehler, die dabei gemacht worden sind. Das ist die wesentliche Wahrheit. Und wenn ihr also zu Felde ziehen wollt, dann zieht nicht gegen die Erneuerbaren zu Felde, sondern fragt bei denen nach, die zu verantworten haben, dass wir diese Infrastruktur nicht ausgebaut haben. Das ist die große Wahrheit dahinter. Das führt tatsächlich zu einem Dilemma, was wirklich überhaupt katastrophal wirkt, denn das treibt deshalb den Preis, weil wenn wir den Strom aus dem Norden, zum Beispiel, den wir da im Überfluss haben, nicht in den Süden bringen und im Süden gerade Strom gebraucht wird, dann greift das sogenannte Redispatch im Netz. Das heißt also, man muss eingreifen, muss die Leitungen, so ein Kappen, die Erzeugung runterfahren. Und das hat zwei Effekte. Fahre ich so einen Windpark im Norden runter, dann haben das natürlich nicht die Betreiber der Windkraftanlagen zu verantworten und werden für diesen Ausfall entschädigt. Das ist schon irrsinnig, aber notwendig, weil er ja mal investitionen getroffen worden sind. But noch viel irrsinniger is, dass wir auf der anderen Seite fantasti Geld bezahlen dafür, dass at the other end of dieser nicht vorhandenen Trasse konventionelle Kraftwerke hochgefahren werden: Gaskraftwerke, Kohlekraftwerke, die viel, viel teurer Strom produzieren. And we in normalbetrieb immer der günstigste Stromerzeuger sozusagen den Markt bestimmt, was ja richtig ist, und das sind die Erneuerbaren, stehen diese konventionellen Kraftwerke die meiste Zeit ihres Lebens still. Und für diesen Stillstand zahlen wir auch, denn diese Kraftwerke müssen vorgehalten werden. Und weil wir eben dann, wenn diese Netze das nicht hergeben, diese Kraftwerke brauchen. Statt also jetzt in noch mehr Kraftwerke zu investieren, sollte man doch eigentlich in den Netzausbau investieren, damit wir von diesen teuren Erzeugungen wegkommen. Ganz weg wird nicht gehen, aber die wirklich auf ein Minimum dessen reduzieren können, was wir eigentlich brauchen. Und da seht ihr schon, dass da politisch was falsch läuft. Denn Frau Reiche, unsere Wirtschaftsministerin, ruft ja nicht nach Netzausbau. Frau Reiche ruft nach Gaskraftwerken. Und da seht ihr schon, wie die Interessen sind, denn die großen Gewinner dieser ganzen Veranstaltung sind neben denen, die diese überteuren Trassen jetzt bauen. Natürlich die Betreiber der kommerziellen Kraftwerke. Denn die kriegen wirklich Milliarden aus dem Steuerkasten, sozusagen, um ihre alten Kraftwerke vorzuhalten und gegebenenfalls einzuschalten. Und so ein Gaskraftwerk, das kann eine Kilowattstunde schon mal über 130 Cent kosten. Tatsächlich, wenn es nur so ein Peak-Kraftwerk ist. Also wenn es quasi die meiste Zeit seines Lebens steht, dann lagern sich ja die Gesamtkosten dieses Kraftwerkes auf die wenigen Kilowattstunden um, die es liefert. Und da sind schon mal solche Spitzenpreise drin. Wenn ihr euch also fragt, wo diese Kosten herkommen, dann sind das diese Netznebenkosten und die entstehen aus diesem ganzen Konglomerat. Das muss man verstehen, um, ich sag mal, die Kritik an der richtigen Stelle zu äußern. Und tatsächlich könnte ich verstehen, wenn jetzt Menschen auf die Straße gingen zu 100.000 und sagen, wir wollen nicht nur Klimaschutz, sondern wir wollen auch Netzausbau, damit endlich diese Preise nach unten gehen. Macht aber keiner. Stattdessen ist es natürlich wunderbar, Menschen mögen Windkraftanlagen noch weniger als Hochspannungsmasten und das kann man politisch sehr gut nutzen. Und dann sind wir damit wieder politisch auf dem falschen Pfad. And ein bisschen sind wir auch selber daran schuld, weil wir ja ständig solche Not in my Backyard-Diskussionen auslösen und tatsächlich sagen, ja, Windkraft finde ich toll, aber doch bitte nicht bei mir. So war das früher auch bei Atomkraftwerken. Jetzt schreien alle nach Atomkraftwerken. Wenn ich aber in so einer Bürgerdiskussion sage, gut, dann bauen wir statt ein Windperg halt ein Atomkraftwerk, dann ist die Begeisterung auch sehr minimal. Aber irgendwo muss der Strom hierher kommen. Und wir müssen uns daran gewöhnen, dass wir diese Gesamtkontexte diskutieren und verstehen, damit wir wissen, wo eigentlich der Hase und Pfeffer liegt. Das werde ich mit diesem Video wahrscheinlich bei den Leuten, die es nicht verstehen wollen, auch nicht schaffen, aber nichtsdestotrotz, die Hoffnung stirbt zuletzt und deshalb muss man es immer mal wieder thematisieren. Also, nicht die Erneuerbaren treiben den Preis. Es ist der Netzausbau und zwar der sträflich vernachlässigte Netzausbau. Und das drückt tatsächlich auch mittlerweile bis in die regionalen Verteilnetze rein. Da ist es so, dass die hauptsächlich die vielen dezentral gebauten Solaranlagen, die ja eigentlich sinnvoll sind, schneller in der Kapazität gewachsen sind, als die Netze nachkamen. Und wir müssten jetzt eigentlich eine große Netzausbauinitiative starten. Die gibt es zu Teil noch schon. Also es ist unfassbar viel Geld im System, aber es kommt tatsächlich noch nicht zum Tragen. Und wir müssen da auch ein bisschen geduldig sein. Da will ich jetzt auch nicht unbedingt immer nur auf die Netzbetreiber zeigen, denn die haben jetzt auch gerade eine Riesenaufgabe, diese vielen, vielen Jahre und Jahrzehnte nachzuholen und auch die politischen Fehlentscheidungen auszubügeln. Also auch da muss man vorsichtig sein mit der Kritik, die Damen und Herren, die da bei den Netzbetreibern gerade tätig sind, haben auch keine schöne Zeit im Moment. Denn bei denen kulminiert das Problem. Also da kommt jemand, der will Strom erzeugen in einer Region, wo Strom eigentlich gebraucht wird, so einen Fall haben wir jetzt gerade, und muss den wegschicken, weil das Netz, was er hat, den Strom gar nicht aufnehmen kann. Und um das mal transparent zu machen, das bremst wirklich wirtschaftliche Entwicklungen brutal aus. Also eine Ansiedlungsanfrage, neulich mal gehört, gar nicht so große Werte, irgendwas um die drei Megawatt, was jetzt wirklich nicht viel ist. Und am Ende des Tages rauskommt, da gibt es also nur wenige 100 Kilowatt im Netz zur Verfügung und eine solche Ansiedlung mit 200, 300 Arbeitsplätzen nicht stattfinden kann, dann hat das nichts mit den Erneuerbaren zu tun, sondern dann ist das eher ein Netzproblem. Und wenn wir wollen, dass sich Industrie, gerade energieintensive Industrie ansiedet, dann brauchen wir auch den grünen Strom, denn auch das ist eine Wahrheit, die immer verschwiegen wird. In den internationalen Geschäftsketten und Feldern wird großer Wert darauf gelegt, ob mit erneuerbaren Energien produziert wird oder nicht. And deshalb werden Standorte, die nicht ausreichend grünen Energie haben, tatsächlich leer ausgehen bei den künftigen Standortentscheidungen. Das ist auch eine Wahrheit. And when man sich, habe ich vor nicht allzu langer Zeit gelesen, wenn man sich die Großinvestition internationaler Investoren in Ostdeutschland anguckt, dann ist einer der wesentlichen Gründe, warum sie sich für Ostdeutschland entschieden haben, tatsächlich das Grünstrompotenzial für die Standorte. Weil man in bestimmten Bereichen eben halt tatsächlich ohne Grünstrom nicht arbeitet. Das betrifft große Rechenzentren, also Neuansiedlungen von sogenannten Hyperscalern beispielsweise, die wir ebenfalls brauchen, wenn wir nicht den Anschluss in Sachen KI so verpassen wollen, wie wir die Anschlüsse in vielen anderen Bereichen inzwischen verpasst haben, dann wird man immer wieder mit der Frage konfrontiert, sind diese Strommengen, die da gebraucht werden, tatsächlich erneuerbar verfügbar? Und um das auch nochmal zu sagen, das könnte man auch gut lösen, wenn man tatsächlich mit den Kommunen arbeitet und mit den Leuten arbeitet, denn das wissen auch wenig Leute, ich kann natürlich auch so ein Gewerbegebiet direkt versorgen. Dann brauche ich gar kein Stromnetz. Wenn ich dann großen Verbraucher habe, beispielsweise eine große Molkerei, sehr energieintensiv oder ein Rechenzentrum oder eine Chipfabrik, wie wir sie in Dresden haben, dann kann man diese auch direkt versorgen. Das heißt also, die Windkraft oder die Solaranlagen, abgesichert durch Batteriesysteme, können im Umkreis von sechs Kilometern über eine sogenannte Direct-Wire-Verbindung, also ein schnötes eigenes Kabel dorthin, den Strom dort direkt abliefern ohne Netznebenkosten. Und dann sind wir bei irgendwas um die 6 bis 8 Cent die Kilowattstunde für Industriestrom. Und das ist schon interessant und das ginge, aber auch da tun wir uns extrem schwer. Und ja, das ist die Gemengelage, in der wir unterwegs sind. Denn ich finde, wenn wir sowas diskutieren, und das können wir gerne tun, also in vielerlei Hinsicht muss auch jedes einzelne Projekt unter die Lupe genommen werden. Und ich bin großer Freund davon, dass wenn man einen Windpark baut oder eine Solaranlage baut oder einen Batteriestandort baut, dass man das mit den Kommunen gemeinsam und mit den Bürgerinnen und Bürgern gemeinsam abstimmt. Und wir machen fast nur solche Projekte, wo das genauso läuft, mit einem ziemlich großen Aufwand. Aber trotzdem muss auch die andere Seite, die gegen alles und für nichts oftmals ist, und das sind nicht viele, aber die, die das wirklich überhaupt nicht wollen, sind dann schon wirklich fast militärisch organisiert und weigern sich auch gegen jede Erkenntnis. Die müssen dann auch mal einsehen, dass ein solches Land eine Solidargemeinschaft ist und dass wir hier Dinge entwickeln müssen, die nicht auf jeden Einzelnen Rücksicht nehmen, sondern immer auf einen guten Kompromiss, auf eine Mehrheit abstellen. Und wir können es sich allem verweigern, wenn wir das tun, wenn wir keine Hochspannungsleitungen wollen, wenn wir keine Windkraftanlagen wollen, wenn wir keine Solarflächen wollen, wenn wir keine Batterien wollen, wenn wir keine Atomkraftwerke wollen, keine Tagebau wollen, wenn wir das alles nicht wollen, dann sitzen wir irgendwann wieder in der Höhle. So, und wenn ich die Wahl habe, eine Energie zu wählen, die das Klima schont, die preislich interessant zu erwirtschaften ist, an der ich mich beteiligen kann als Bürger selber, als Kommune selber, also sprich auch noch die wirklich katastrophale Kommunalfinanzierung damit auch noch bessern kann. Also sprich zu stabilisieren, dass die Kindertagesstättenbeiträge stabil bleiben, dass es in die Schule nicht reinregelt, dass so eine Kommune wieder handlungsfähig ist. Dann würde ich das immer einem Kabel vorziehen, in das irgendwer von irgendwo Strom einspeist, von dem ich nichts habe, außer dass ich ihn bezahle. Das war viel Info. Alles belegt, alles recherchierbar, wie immer. Was ich hier erzähle, ist immer recherchiert und kann man immer prüfen. Und ich bin es wirklich in solchen Diskussionen langsam auch leid, dass es dann sehr schnell immer auf der persönlichen Ebene landet. Das ist nicht mein Interesse. Ich versuche hier ein bisschen Licht in diesem Wulst an dunklen Informationsquellen zu bringen. Und das fußt immer auf Recherchen, die wirklich teilweise sehr aufwendig sind. Ich habe immer bisher alle meine Quellen offengelegt und stelle mit Erschrecken fest, dass es immer mehr Leute gibt, die sich für Fakten nicht mehr interessieren, sondern nur noch ihre Emotion folgen. Und da kann ich nur sagen, wenn wir weiter so machen, dann machen wir nicht mehr lange weiter. Das ist die bittere Erkenntnis. Und spätestens dieser Sommer sollte uns gezeigt haben, dass die Einschläge langsam aber sicher und wahrscheinlich sogar schneller als uns liebes immer näher kommen. In diesem Sinne war das mal wieder eine Botschaft von Dorf.energy aus Augustusburg. Ich stelle das alles online, der Blog ist online, ihr könnt das alles nachlesen. Wenn ihr Fragen habt, wie immer gern per Mail. Wenn der Ton stimmt, gibt es auch eine Antwort. Vielen Dank. Und ja, bleibt stabil. Bis dahin, euer Dorf Neumauer.